AARAU-Schriftzug
Der AARAU-Schriftzug auf der Schwanbarwiese ist nach einem mutmasslichen Vandalenakt Geschichte. Drei Buchstaben haben nun aber ein zweites Leben bekommen – in einer Nachbargemeinde.
Sie springen einem nicht direkt ins Auge, man muss schon etwas genauer schauen. Aber da, an der Alten Stockstrasse im Küttiger Ortsteil Rombach, zurückversetzt hinter Nadelgewächs und Silberstrauch, stehen sie: drei hölzerne ‹A›, jedes knapp zwei Meter hoch und fast 400 Kilogramm schwer. Drei Buchstaben, die in den letzten Wochen in Aarau für einige Aufregung gesorgt haben.
Ende Juli hatten Unbekannte den AARAU-Schriftzug auf der Schwanbarwiese demoliert, das U war aus der Verankerung gerissen und umgeworfen worden. Die Stiftung Standortförderung Aarau und Region, die den Schriftzug 2019 für das Eidgenössische Turnfest hatte herstellen lassen, beschloss daraufhin, die Buchstaben abbauen zu lassen. Nach sieben Jahren im Freien war die Holzkonstruktion angezählt, so Geschäftsführerin Danièle Turkier: «Es war eine Frage der Zeit, bis wir den Schriftzug hätten abbauen lassen.» Dies vor allem auch vor dem Hintergrund, dass die Buchstaben bei Kindern als beliebte Kletterobjekte galten. Die Konstruktion wurde deshalb auch regelmässig auf ihre Statik hin kontrolliert, die Buchstaben unterhalten und repariert, so Turkier.
Eine grosse Reparatur aber sei für Aarau Standortförderung nie Thema gewesen. «Der Schriftzug wurde explizit als Werbeträger für das ETF 2019 geschaffen, nicht als Monument für die Ewigkeit». Dass man damit einen derartigen Erfolg landen würde, damit habe man nie gerechnet. «Das den Aarauerinnen und Aarauer der Schriftzug in den letzten sieben Jahren so ans Herz gewachsen ist, freut uns natürlich. Aber aufgestellt im Freien war immer klar, dass die Holzkonstruktion ein Ablaufdatum hat.»
Bedauern, Entrüstung und eine zündende Idee
Das angekündigte Entfernen der Buchstaben sorgte für grosses Bedauern – so auch bei Basil Trueb. Während manche sich entrüsteten, brachte die Situation ihn auf eine zündende Idee. Zusammen mit seinem Vater David Trueb verwaltet der Aarauer in Rombach den Liegenschaftskomplex «A735», bestehend aus drei Gebäuden: das Werkstatt- und Atelierhaus A7, das Wohnhaus A5 und das Bürogebäude A3. Drei Gebäude, drei ‹A›.
«Am Tag danach bin ich an dem beschädigten Schriftzug vorbeispaziert und habe mir gedacht, dass es doch enorm schade wäre, wenn die Buchstaben einfach verschwinden würden», so Basil Trueb. Also habe er Danièle Turkier kurzentschlossen kontaktiert und ihr vorgeschlagen, den drei ‹A› ein zweites Leben zu schenken. Und so kam es: Trueb hat die Buchstaben kostenlos bekommen, musste sich im Gegenzug aber dazu verpflichten, für die zusätzlichen Abbau- und Transportkosten der drei Buchstaben aufzukommen. Mit geschätzt gut 800 Franken kein Schnäppchen, aber Basil Trueb ist es das wert. «Ich finde die Buchstaben toll. Und der Zufall will es, dass die drei ‹A› wunderbar zu uns passen.»
Leute machen bereits Selfies
Nun stehen sie also in Rombach, die drei ‹A›. Fest verankert in frisch gegossenen Betonfundamente. «Damit ganz bestimmt nichts passiert, selbst wenn Kinder auf dem Schulweg darauf herumklettern», sagt David Trueb. Demnächst sollen die Buchstaben noch mit den dazugehörigen Zahlen – 7, 5 und 3 – bemalt werden.
Am neuen Standort sorgen die Buchstaben bereits für Aufmerksamkeit. «Wir hatten schon verschiedene Leute hier, die Selfies gemacht haben», so Basil Trueb. Die Rückmeldungen seien durchs Band positiv, sagt auch David Trueb. «Die Leute haben eine Riesenfreude, dass sie die Buchstaben wiedersehen.» Und wenn jemand frage, wie sie denn zu den Buchstaben gekommen seien, dann sage er, wies ist: «Man muss halt einfach die Gelegenheit beim Schopf packen und fragen.» (ksc)

von Katja Schlegel